Ort, PLZ oder Straße
Umkreis
Wohnung, Haus, mieten, kaufen
Preis bis:
Zimmer ab:
Fläche ab:
Anbieter
Ergebnisse anzeigen

Immobilien in Rostock, 111 Ergebnisse

Seite 1 von 10
Leben mit dem Fluss Warnow und dem Meer
Für die Entwicklung der Stadt war die Schifffahrt besonders wichtig, Riga, Schonen und Gotland gehörten zu den Zielen der Handelsflotten, das wichtigste Handelsgut: Bier. Die große Bedeutung von Rostock zeigte sich auch darin, dass die Stadt 1419 die erste Universität Nordeuropas besaß und damit für die folgenden zweihundert Jahre eine führende Rolle in der Wissenschaft übernahm. Die circa achthundert Giebelhäuser und um die dreihundert Brauhäuser, die Ende es 16. Jahrhunderts in Rostock standen, demonstrierten den wirtschaftlichen Wohlstand, in über eintausend Fachwerkhäusern lebte die ärmere Bevölkerung. Was der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und der Niedergang der Hanse 1669 nicht schafften, erreichte 1677 ein Stadtbrand, der ein Drittel der Häuser völlig vernichtet - die Einwohnerzahl sank von 14.000 auf 4.000, die florierende Wirtschaft brach zusammen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erholte sich Rostock langsam wieder, blieb aber lange Zeit Provinzstadt, erst mit Einsetzen der Industrialisierung erlangte die Urbanität wieder Bedeutung. Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen entstanden um 1900 neue Viertel, wie das Villenviertel Steintor-Vorstadt oder das Arbeiterviertel Kröpeliner-Tor-Vorstadt, in den zwanziger Jahren die Gartenstadt, Reutershagen, Stadtweide, Brickmansdorf sowie 1928 das Hansaviertel, ab 1939 folgten Reuterhagen und Dierkow.

Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) hatte für Rostock verheerende Folgen: von 10.535 Wohnhäuser waren 6.735 beschädigt, die Zahl der zerstörten Häuser lag bei 2.611 und die der wirtschaftlich genutzten Objekte bei über vierzig Prozent. Gebäude, die nicht mehr zuretten waren, ließ das DDR-Regime abreißen, leider aber auch Bauwerke, die nicht in die Ideologie und/oder Stadtplanung passten, die wenig Rücksicht auf die historischen Straßenzüge oder auch Bebauung nahm. In der Innenstadt entstanden Straßenzüge im sozialistischen Klassizismus, in den Außenbereichen neue Stadtteile in dem Albtraum industrieller Plattenbauweise, wie in Reuterhagen oder in der Südstadt. Richtung Warnemünde baute das Regime die Großraumsiedlungen Lütten Klein und Evershagen (1965-1974), Lichtenhagen (1974-1976), Schmarl (1976-1979) und Groß Klein (1979-1983), im Norden der Stadt 1983-1989 Dierkow und Toitenwinkel. Aufgrund mangelnder Investitionen in die Altsubstanz verfielen in der Innenstadt viele Gebäude im Laufe der Zeit, sodass zu Beginn der achtziger Jahre die nördliche Altstadt komplett der Abrissbirne zum Opfer viel und durch Plattenbauten, allerdings in norddeutscher Giebelbauweise, neu entstand. Nach der Wende konnte mithilfe der Stadtbauförderung und dem Denkmalschutz der noch rettbare Bestand an Altsubstanz saniert, die Infrastruktur erneuert und ein vorsichtiger Rückbau der Plattenbausiedlungen vorgenommen werden, sodass Rostock heute einen großen Teil seiner alten Identität wieder besitzt.

Ein gutes Beispiel für gelungen Sanierungsmaßnahmen in den 31 Ortsteilen von Rostock ist die ehemalige Arbeitersiedlung Kröpeliner Tor. Ursprünglich aus Bauernhöfen und Windmühlen bestehend, mit einigen Bürgerhäusern und Villen gemischt, bauten die Wertindustrie in der Gründerzeit (um 1900) einfache zwei- bis dreistöckige Mietshäuser für die Arbeiter. Der Standard war aus heutiger Sicht mehr als dürftig, die Toiletten befanden sich im Hof, oder bei den "besseren" Häusern im Treppenhaus, der Wohnungen selbst hatten zwischen zwei und sechs Zimmer. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkleinert das Regime die großen Wohnungen, baute aber keine Toiletten ein, das heißt, der Zustand verbesserte sich nicht. Nach einer gründlichen Sanierung der hübschen Gebäude in den neunziger Jahren entstand aus dem heruntergekommenen Kröpeliner-Tor-Viertel ein äußerst attraktives Wohngebiet, in dem auch viele Studenten leben. Die von den Werften mit gebauten kleinen Geschäfte und Kneipen wurden im Sanierungsplan berücksichtigt und durch Cafés und Ähnliches ergänzt, sodass sich Kröpeliner-Tor inzwischen den Ruf eines Szeneviertels erworben hat.
Impressum | Datenschutz | AGB
im Hintergrund öffnen mehr Informationen schliessen